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Dendrometerdaten zeigen ein interessantes Phänomen – werfen aber auch Fragen auf
Die Conference-Ernte 2025 hat begonnen. Die Birnen in den Niederlanden und Belgien werden vielerorts gepflückt und landen in den Kühlhäusern. Unsere Dendrometerdaten, gekoppelt an WolkyTolky, zeigen ein auffälliges Phänomen: Direkt nach der Pflücke sehen wir bei den Birnen, die noch am Baum hängen, eine deutliche Zunahme der Wachstumsgeschwindigkeit.
📊 Was wir in den Daten sehen
Unsere Messungen mit Dendrometern in fünf Obstregionen zeigen:
- Vor der Pflücke: normales Wachstum von 0,28 mm pro Tag
- Direkt nach der Pflücke: Das Wachstum steigt auf 0,44 mm pro Tag (+57 %)
Diese Zunahme ist in unseren Daten aus verschiedenen Regionen durchgehend sichtbar. Die Erklärung erscheint plausibel: Weniger Früchte am Baum bedeuten mehr verfügbare Energie pro verbleibender Birne.

🔬 Praxisbeispiel aus Zeeland
Ein besonders deutliches Beispiel sahen wir in Zeeland. Am 25. August wurden praktisch alle Birnen gepflückt, bis auf die eine Frucht mit dem Dendrometer. Diese Birne zeigte innerhalb von 24 Stunden einen Wachstumsschub von fast 0,8 mm – weit mehr als das normale Wachstum.
Dieser Extremfall (nur eine Birne am Baum) veranschaulicht das Prinzip, wirft aber auch Fragen dazu auf, was in realistischeren Szenarien passiert.
🤔 Ein interessanter Gedanke: gestaffelte Ernte
Diese Beobachtungen führen zu einer spannenden Frage: Könnte eine gestaffelte Erntestrategie vorteilhaft sein?
Die Idee
- Woche 1: 50 % der Birnen pflücken
- Woche 3–4: die restlichen 50 % nach einer zusätzlichen Wachstumsphase pflücken
Mögliche Vorteile
- Mehr Wachstum für die zweite Hälfte durch geringere Konkurrenz
- Potenziell höherer Gesamtertrag pro Hektar
- Bessere Verteilung der Größensortierungen

⚠️ Viele Unsicherheiten
Auch wenn die ersten Ergebnisse vielversprechend aussehen, gibt es noch viele offene Fragen:
- Wie viel zusätzliches Wachstum ist realistisch bei 50 % Pflücke (im Gegensatz zum extremen Szenario mit einer einzelnen Birne)?
- Qualitätseffekte: Bleibt die Qualität bei längerer Hängezeit gut?
- Witterungsrisiken: Was passiert bei schlechtem Wetter?
- Praktische Umsetzbarkeit: Wie organisierst du das logistisch und arbeitstechnisch?
- Wirtschaftliche Auswirkungen: Wiegen die Mehrkosten einen möglichen Mehrertrag auf?
🔬 Mehr Forschung nötig
Diese ersten Beobachtungen sind vielversprechend, aber wir stehen noch am Anfang. Um eine gestaffelte Ernte als ernsthafte Strategie empfehlen zu können, ist mehr Forschung nötig zu:
- Wachstumsmustern bei unterschiedlichen Pflückanteilen
- Qualitätserhalt bei verlängerter Hängezeit
- wirtschaftlicher Machbarkeit in der Praxis
- Risikofaktoren und Möglichkeiten, sie zu begrenzen
🌐 Der Wert von Echtzeitdaten
Was diese Beobachtungen aber zeigen, ist der Wert kontinuierlichen Monitorings. Wenn du das Wachstum mit WolkyTolky und Dendrometern live verfolgst, bekommst du Einblick in Vorgänge, die sonst unsichtbar bleiben. Das eröffnet neue Erkenntnisse und möglicherweise bessere Erntestrategien.
👉 Entdecke WolkyTolky und erfahre, was in deiner Anlage nach der Pflücke passiert
Diese Beobachtungen basieren auf Dendrometerdaten aus Nordholland, der Betuwe, Zeeland, Hageland und Haspengouw. Weitere Forschung ist nötig, um die praktische Anwendbarkeit zu bestimmen.








