Wie bestimmen Sie als Obstbauer den richtigen Zeitpunkt für die Bewässerung, den Frostschutz und eine Spritzung, die wirklich Wirkung zeigt? Viele Entscheidungen im Obstbau werden immer noch auf Basis von Erfahrung und Gefühl getroffen. Doch immer mehr Erzeuger möchten diese Entscheidungen mit Daten aus ihren eigenen Parzellen untermauern.

In Zeeland arbeiten die Obstbauern René Bal und Toon Steijn bereits seit einigen Jahren sehr gezielt daran. In einem aktuellen Hintergrundartikel der Fachzeitschrift Nieuwe Oogst berichten sie, wie sie Daten aus ihren Birnen- und Apfelbeständen nutzen, um den Anbau zu optimieren – mithilfe der Basisstation und der Sensoren von WolkyTolky.

Messen, was wirklich im Baum passiert

Mitten in einem Block Conference-Birnen steht die WolkyTolky-Basisstation, die mit verschiedenen Sensoren in der Plantage verbunden ist.
Damit werden unter anderem gemessen:

  • Temperatur in verschiedenen Höhen
  • Blattfeuchte
  • Luftfeuchtigkeit und Luftdruck
  • Windrichtung
  • Lichtintensität
  • Stammdicke und Fruchtdicke über einen Dendrometer

Dieser Dendrometer spielt eine wichtige Rolle. Während der Wachstumsphase wird er um eine Birne geklemmt und registriert alle fünf Minuten die Fruchtdicke. Damit erhält der Erzeuger – anstelle eines bloßen Gefühls – eine kontinuierliche Wachstumskurve der Frucht.

Wofür nutzt man das?

  • Bewässerung: Bei einer begrenzten Süßwasserquelle möchte man genau wissen, wann man bewässern muss und wann nicht. Die Wachstumskurve hilft dabei, Stressmomente des Baumes zu erkennen und darauf zu reagieren.
  • Widerstandsfähigkeit: Stress im Baum hängt mit der Anfälligkeit für Krankheiten wie die Schwarzfäule zusammen. Durch die Reduzierung von Stress arbeiten Sie an einer widerstandsfähigeren Kultur.

Wie der Mitbegründer von WolkyTolky, Yannick Smedts, es beschreibt: Freilandkulturen immer besser auf ein gewünschtes Ergebnis hin steuern, genau so, wie es im Gewächshaus bereits seit Jahren üblich ist.

Von Daten zu Entscheidungen in der Praxis

Das Sammeln von Daten ist niemals ein Selbstzweck. Es geht darum, dass der Erzeuger damit jeden Tag bessere Entscheidungen treffen kann. Bei der Betriebsgemeinschaft Steijn–Bal geschieht dies an mehreren Fronten:

  • Nachtfrostüberwachung:
    Dank Temperaturmessungen in verschiedenen Höhen der Plantage wissen sie genau, wann die Tow & Blow-Windmaschine laufen muss. Die Maschine ist mittlerweile so eingestellt, dass sich der Ventilator auf Basis der gemessenen Daten automatisch einschaltet.

  • Gezielterer Pflanzenschutz:
    Blattfeuchtedaten und Temperatur werden mit Warnsystemen für unter anderem Schorf verknüpft. So können Spritzungen besser getimt oder manchmal sogar ganz ausgelassen werden.

  • Insektendruck einschätzen:
    Für den Birnenblattsauger wird ein Warnmodell von PC Fruit mit den eigenen Klimadaten aus der Plantage gespeist. Das macht die Einschätzung des Insektendrucks spezifischer und gibt mehr Sicherheit bei der Frage: „Muss ich jetzt eingreifen oder kann es noch warten?“

Schritt für Schritt entsteht so ein immer sachlicheres Bild dessen, was in der Plantage passiert. Nicht nur im aktuellen Moment, sondern auch über mehrere Saisons hinweg.

Cloudia: Ein Chatbot für die Daten des Erzeugers

Da die Datenmenge schnell zunimmt, arbeitet WolkyTolky auch an einem nächsten Schritt: Cloudia, ein Chatbot, der Erzeugern hilft, ihre eigenen Daten zu verstehen.

Denken Sie an Fragen wie:

  • „Wann hatte ich in der letzten Saison den meisten Wachstumsstress?“
  • „Wie unterscheidet sich das Fruchtwachstum in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr?“
  • „Wie sieht meine Wachstumskurve im Vergleich zu anderen Betrieben aus?“

Cloudia soll diese Fragen in verständlicher Sprache beantworten können und Erzeugern helfen, schneller Zusammenhänge zwischen Klima, Wachstum und Anbaumaßnahmen herzustellen.

Arbeiten nach dem Motto „Work smarter, not harder“

Die Basisstation von WolkyTolky bietet Platz für etwa zwanzig Sensoren und wird mittlerweile von über tausend Nutzern in 35 Ländern eingesetzt, von Obstbauern bis hin zu Saatzüchtern. Kürzlich gewann WolkyTolky in der Gemeinde Peel en Maas einen Unternehmerpreis zum Thema „Work smarter, not harder“ – genau das, was die automatische Überwachung in Anbausystemen ermöglicht.

Die Geschichte der zeeländischen Obstbauern zeigt deutlich, was das in der Praxis bedeutet:

  • weniger Raten, mehr Steuern
  • besserer Umgang mit begrenzten Wasserressourcen
  • gezielterer Einsatz von Maschinen und Mitteln
  • eine widerstandsfähigere Kultur durch Stressreduzierung

Möchten auch Sie Ihre Plantage datenbasiert steuern?

Sind Sie Obstbauer und möchten wissen, was eine eigene Wetter- und Wachstumsstation in Ihrer Situation bewirken kann – zum Beispiel für die Bewässerung, den Nachtfrostschutz oder den Pflanzenschutz?

Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. Wir beraten Sie gerne zu folgenden Themen:

  • welche Sensoren für Ihre Kultur und Ihren Boden am relevantesten sind;
  • wie Sie klein anfangen und später erweitern können;
  • wie Sie Ihre Daten mit bestehenden Warnsystemen und Modellen verknüpfen können.

Lesen Sie den vollständigen Artikel über die zeeländischen Obstbauern und WolkyTolky auf der Website von Nieuwe Oogst:
Zeeländische Obstbauern sammeln Daten in der Plantage.